VIVA+
Music TV Channel

Art Direction Assistant / Screendesign / Clips
in collab. with Chris Rehberger (Double Standard) and Peter Saville in Berlin and Cologne

Die Ästhetik des Bruchs

Der Launch von VIVA Plus im Jahr 2002 markierte einen radikalen Wendepunkt im Musikfernsehen. Auf Einladung von Chris Rehberger stieß ich zum Gründungsteam in Köln, um die visuelle Identität eines Senders mitzugestalten, der sich als das „CNN des Musikfernsehens“ definierte. In einem Umfeld international renommierter Designer entstand eine Bildsprache, die das Medium Fernsehen dekonstruierte und neu zusammensetzte.

Motion Graphics als Statement


In einem familiären, aber hochperformanten Team entwickelte ich Animationen und Typografie-Clips, die sich bewusst den Sehgewohnheiten entzogen. Diese ungesehenen, fast chirurgischen Eingriffe in die Bildfläche waren so prägnant, dass sie direkt als Trenner (Idents) zwischen den Musikvideos eingesetzt wurden. Es war ein Spiel mit dem Rhythmus, den Info-Laufbändern („Crawls“) und der Geschwindigkeit des digitalen Zeitalters.

Kultureller Kontext

VIVA Plus war die visionäre Antwort auf den Zeitgeist der frühen 2000er Jahre – finanziert durch Schwergewichte wie AOL Time Warner und die VIVA Media AG. Mit Korrespondenten in London, Los Angeles, Berlin und Hamburg war der Sender ein globales Informationsnetzwerk. Die täglichen Sendungen wie „Cologne Day“ machten das Studio zum Treffpunkt der internationalen Musikszene. Für mich war diese Zeit die ultimative Schule der interdisziplinären Gestaltung: wo Design auf Musik, News-Ticker auf Avantgarde und Berlin auf Köln traf.

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