Palliativ Hund
Sterbebegleitung auf 4 Pfoten

Hospital zum heiligen Geist

Konzeption / Art Direction / Photography / Präsentation

Der Impuls

Hunde als Sterbebegleiter – eine Idee von enormer emotionaler Kraft. In den USA gibt es derartige Projekte bereits seit längerem; hierzulande war es damals noch Neuland. Sofort wollte ich mehr wissen und traf mich mit der Palliativmedizinerin Dr. Dr. med. Carola Carstensen und ihrem achtjährigen Golden Retriever Willi – einem Hund mit einem absolut „menschlichen“ Charakter.

Die Vision: „4 Pfoten to heaven“

Ein Hospiz ist oft ein Ort der Sprachlosigkeit und Anspannung. Das Projekt setzt dort an, wo Worte an ihre Grenzen stoßen. Nach intensiver Vorarbeit präsentierten wir das Konzept dem Vorstand des Hamburger „Hospitals zum Heiligen Geist“, wo Carola und Willi bereits einige Male gearbeitet hatten. Unser Ziel war es, ein Zeichen zu setzen: Menschen aus ihrer Einsamkeit zu holen und ihnen zu einem friedlichen Übergang zu verhelfen.

Die Arbeit: Magie durch Präsenz

Durch eine umfassende Konzeption und fotografische Dokumentation haben wir die heilende Kraft dieser tiergestützten Therapie visualisiert. Der Hund übernimmt dabei verschiedene Stufen der Begleitung, je nach Wunsch des Gastes:

Präsenz:
Der Hund hält sich einfach im Raum auf.

Interaktion:
Kontakt am Bett, Streicheln und Füttern.

Nähe:
Der Hund liegt direkt im Bett des Gastes.

Letzte Begleitung:
Der Hund schenkt durch seine Körperwärme und Atemfrequenz absolute Ruhe in den finalen Minuten.

Ein Zeichen gegen die Unruhe

In den letzten Lebensstunden tritt oft eine tiefe Unruhe ein. Wenn Schulmedizin oder alternative Therapien nicht mehr greifen, geschieht durch den Hund etwas Magisches: Die Hand auf dem Fell, das ruhige Atmen des Tieres – die Unruhe weicht einer tiefen Dankbarkeit. Drei Menschen sind mit Willi im Arm verstorben. Ein Beweis dafür, dass Nähe die stärkste Medizin am Ende des Weges ist.

Hinweis:

Das Projekt wurde 2020 nach dem Versterben von Willi vorerst beendet. Die Vision und die Dokumentation bleiben als Wegweiser für zukünftige Projekte bestehen.


„Manchmal braucht es keine Worte, sondern nur eine Seele, die mit uns atmet.“

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